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Dorfladen Utzenhofen

Der erste Dorfladen Bayerns – eine Initiative Utzenhofener Frauen

Dorfladen Utzenhofen, Außenansicht
Dorfladen Utzenhofen, Innenansicht
Dorfladen Utzenhofen, Einkauf

In Utzenhofen hat Mitte der 80-er Jahre das einzige Lebensmittelgeschäft des Ortes seine Pforten geschlossen. In besonderem Maße waren davon die weniger mobilen Personengruppen wie Senioren, Hausfrauen und Kinder betroffen. Deshalb entstand im Rahmen der Leitbilddiskussion zur Dorferneuerung die Idee eines von den Ortsbewohnern selbst betriebenen Dorfladens. Ein Arbeitskreis erarbeitete Vorstellungen zur Machbarkeit eines Dorfladens und stimmte diese mit den übrigen Utzenhofenern an. Das Ergebnis fand breite Zustimmung in der Bevölkerung und ermutigte die Utzenhofener Frauen zur Umsetzung.

Im Jahre 1992 erwarb die Marktgemeinde Kastl eine leerstehende Hofstelle in der Ortsmitte von Utzenhofen. Mit Unterstützung des Landwirtschaftsamtes und des Amtes für Ländliche Entwicklung baute die Gemeinde die Hofstelle zum Dorfladen um und vermietete diesen anschließend an die Betreibergesellschaft, die sich für den Betrieb eigens gründete. Es handelt sich um eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechtes mit beschränkter Haftung (GbRmbH), an der fast alle Utzenhofener Haushalte Anteile gezeichnet haben. Ein gewählter Gesellschaftsvorstand legt das Warenangebot und die Lieferanten fest, er trägt auch die Personalverantwortung. Die Grundidee dabei ist: „Aus der Region – für die Region“ .Im November 1994 fand schließlich die Eröffnung des ersten bayerischen Dorfladens statt. Den Verkauf übernehmen Frauen aus Utzenhofen. Der Laden bietet inzwischen neben der reinen Grundversorgung mit Lebensmitteln, Haushalts- und Schreibwaren auch Utzenhofener Landprodukte, Dienst- und Sozialleistungen sowie eine "Ratschecke" an, wo man einen Kaffee trinken und mit den Nachbarn ins Gespräch kommen kann. Zu wünschen ist, dass sich die Ideen, die Hoffnungen und der Idealismus, die in das Konzept des Dorfladens investiert wurden, bewähren werden. Die Bilanzen der vergangenen Jahre lassen das jedenfalls erwarten.

Das Projekt "Dorfladen" wurde von der Ländlichen Entwicklungsgruppe mit erheblichen 5b-Mitteln und vom Amt für Ländliche Entwicklung aus dem Dorferneuerungsprogramm gefördert. Das Amt unterstützte die Betreibergesellschaft und die Gemeinde auch durch vorbereitende Flächenbereitstellung im Umfeld des Ladens, bei der Planung, Projektierung und beim Umbau des Gebäudes sowie bei der Erarbeitung von Gesellschaftervertragsmodellen.