Das Titelbild mit Fischhofpark und zugehöriger Brücke in Tirschenreuth.

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Schwammregion
Impulse für die Oberpfälzer Schwammregion

Team der Schwammregion: Acht Personen stehen nebeneinander in einem rustikalen Raum mit Holzwänden und hängenden LampenZoombild vorhanden

Holger Stiegler, ALE Oberpfalz

(06.07.2026) Brennberg, Lkr. Regensburg - Die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Vorderer Bayerischer Wald ist vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus als eine von zehn Schwammregionen in Bayern ausgewählt worden. Im Rahmen eines „Dialogabends“ wurde kürzlich über anstehende Arbeiten und Projekte informiert und das Konzept einer „Schwammregion“ vorgestellt. Florian Obermeier, ILE-Vorsitzender und 1. Bürgermeister der Gemeinde Bernhardswald, konnte zahlreiche Zuhörer sowie als Referenten unter anderem Kurt Hillinger, Behördenleiter am Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz, und Bodenkundler Prof. (em.) Karl Auerswald von der TU München begrüßen.

Hillinger bezeichnete die Kommunen der Schwammregion Vorderer Bayerischer Wald als „Pioniere“, die sich aktiv und rechtzeitig mit durchdachten Strategien an den Klimawandel anpassen und klimaresilient werden wollen. Außerdem seien sie Pioniere, die über Gemeindegrenzen hinausschauen, die sich zusammentun und damit Vorbild für viele weitere Regionen in Bayern werden. Drei Ziele des Aktionsprogramms „Schwammregionen in Bayern“ hob Hillinger hervor: Rückhalt bei Starkregenereignissen schaffen, Speicherung für Trockenzeiten ermöglichen sowie Siedlungen und Fluren wassersensibler planen. „Die Beweggründe für das Aktionsprogramm liegen auf der Hand. Denn die Auswirkungen des Klimawandels sind deutlich zu spüren“, sagte Hillinger und verwies auf längere Trockenperioden im Sommer, trockenere Winter, zunehmende Hitze und immer häufigere lokale Starkregenereignisse, die Überschwemmungsrisiken bergen und Überflutungen nach sich ziehen. „Darauf müssen wir reagieren – und zwar klug, lokal und vernetzt!“

In einem gut gefüllten Veranstaltungssaal referieren zwei Personen vor Gästen, die an Tischen sitzen. Zoombild vorhanden

Holger Stiegler, ALE Oberpfalz

Niemand könne die Herkulesaufgabe einer klimaresilienten regionalen Entwicklung allein bewältigen, so der Behördenleiter. Ein gemeinsames Handeln sei geboten und essenziell. „Klimawandel betrifft uns alle - Gemeinden, Landwirte und Bürger gleichermaßen. Insofern muss auch das Anpassen an die Herausforderungen gemeinsam und aufeinander abgestimmt erfolgen“, betonte Hillinger. Er ergänzte, dass es keiner Großprojekte brauche, denn auch viele passgenaue Einzelmaßnahmen könnten zum Erfolg einer Schwammregion beitragen. „Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung begleitet die Kommunen und Menschen im ländlichen Raum mit ihren Initiativen und Instrumenten auf ihrem Weg zu einer klimaresilienten Region“, sagte Hillinger.
Prof. Karl Auerswald hat ein Mikro in der Hand und spricht. Zoombild vorhanden

Holger Stiegler, ALE Oberpfalz

Prof. Karl Auerswald stellte sein Referat unter das Motto „Acker, Asphalt, Atmosphäre – Hochwasserentstehung im ländlichen Raum“. Er warnte davor, sich bei der Suche nach den Ursachen für die Zunahme von Überflutungen und Trockenheiten auf den CO2-getriebenen Klimawandel zu fokussieren. Denn einen Einfluss habe auch der landnutzungsgetriebene Klimawandel. So seien Böden zunehmend trockengelegt, versiegelt und durch den Einsatz immer größerer Maschinen in der Landwirtschaft verdichtet worden. „Die Versiegelung ist ein Problem des ländlichen Raums, nicht der Großstadt“, sagte Auerswald. Wenn durch den CO2-getriebenen Klimawandel die Wassermengen bei Regen zunehmen, dann habe das bei einem verdichteten oder versiegelten Boden fatale Folgen. „Dann verstärken sich der CO2-getriebene und der landnutzungsgetriebene Klimawandel in ihren Wirkungen“, stellte Auerswald fest. Sein dringender Appell war deswegen, wo es geht, Verdichtungen, Versiegelungen und Drainagen rückgängig zu machen – und vor allem künftig darauf zu verzichten.
ALE-Behördenleiter Kurt Hillinger hat ein Mikro in der Hand und spricht.Zoombild vorhanden

Holger Stiegler, ALE Oberpfalz

Schwammregion-Managerin Tina Heigl und Thomas Schwarz, Geschäftsführer des Planungsbüros Landimpuls, zeigten in ihren Ausführungen auf, wo in der Region bereits Maßnahmen umgesetzt werden beziehungsweise wo es Ansatzpunkte für weitere Projekte gibt.